Jens Keller wird zu Jez Relle
Die Testseite-Berlin ist auch immer eine Webseite, bei der es um Tests geht und um Antworten auf Fragen, ob eine Kinderspieluhr repariert werden kann oder wie sich Märklin nach 40 Jahren verändert hat. In diesem Beitrag geht es um 10 Jahre Soundcloud. Soundcloud selbst ist fast 20 Jahre her, aber ich wurde 2015 von meiner Tochter auf die Plattform aufmerksam gemacht, um dort meine Musik zu platzieren. Damals nutzte ich „nur“ mein Kawai M10 Stagepiano, um zu improvisieren, und lud die eigenen Stücke erst auf einen Stick und brannte sie bisweilen auf eine CD. Mit Soundcloud erreichte ich ein größeres Publikum, zumindest gab es das Potential, meine zukünftige Frau Sonia Nowosielska gehörte auch dazu.
Was war die Vorgeschichte?
Als Kind mit 11 Jahren, nach dem Umzug in ein Einfamilien-Reihenhaus, bekamen wir ein Klavier zuhause und ich endlich wieder Musikunterricht. Bei Frau Essig in Bietigheim. Ich erinnere mich gut, dass ich schnell nach dem Üben anfing, selbst Töne auf dem Piano zu kombinieren und Sounds zu erzeugen. Meine erste „Komposition“ habe ich noch heute im Ohr. Später nahm ich meine Musikstücke auch auf Kassetten auf, ich kaufte mir dazu etwa im Jahr 1985 in Karlsruhe zwei Sennheiser-Mikrofone und verband sie mit der Stereoanlage. Eine der Kassetten überreichte ich zum Probehören auch meinem damaligen sehr verehrten Musiklehrer Bernhard Maechtel, der aber nur die Verpackung lobte, nicht den Inhalt. Es gab ein paar Schülerinnen am Gymnsaium Durmersheim, die meine Musik gerne mit nach Hause nahmen und anhörten, sie sahen darin wohl Potential. Mit meinem Umzug nach Berlin 1987, zum Studium, ließ ich mein geliebtes Klavier zurück. Mit dem Geld, das mir mein Opa Willi Denert zum Abi geschenkt hatte, kaufte ich mir ein Keyboard und ein Aufnahmegerät, das ich einerseits für mein Publizistik-Studium nutzen konnte – um Interviews aufzunehmen – als auch, um meine Musik zu dokumentieren. Das Keyboard hatte anders als der 1989 gekaufte Synthesizer von Korg keine Anschlagsdynamik. Mit dem Korg begann ein exzessives Spielen, das man nur als Single betreiben kann. Als Ehemann und Vater, zudem in Geldnöten, verkaufte ich es 1996 an einen Russen. Erst als meine großen Kinder in die Musikschule in Schwedt gingen, fand ich eine Nische. Während sie Musikunterricht hatten, schlich ich mich ins Dachgeschoss und klimperte vor mich hin. Es war eine Freude. Einmal spielte ich auch auf Schloss Wartin auf einem wunderschönen Flügel, als wir Prof. Mengel und Charles Elworthy besuchten.
Immer wieder Pausen
Nach der Rückkehr nach Berlin gab es erst einmal wieder eine Pause. Erst 2014 kaufte ich mir das Stagepiano, dann ging ich zu Soundcloud unter dem Namen Jez Relle und entdeckte im Winter 2016/17 nach erstem Widerstreben das Programm Garage Band von Apple. Ich nutzte es auf dem MacBook meiner Partnerin und Muse. Erst 2024 kaufte ich mir ein eigenes MacBook und gleich das Programm Logic Pro dazu. Mittlerweile sind auf meinem Soundcloud Pro Account über 1000 Stücke hinterlegt!
Seit Soundcloud Tools eingerichtet hat, die Reichweite durch Algorythmen zu verstärken, habe ich für meinen bescheidenen Rahmen auch höhere Zugriffszahlen. Statt nur Klicks durch meine Frau und meine großen Kinder zu generieren, gibt es auch „Fans“ in anderen Erdteilen, die mitunter dafür sorgen, dass ein Stück einmal mehr als 100, 300 oder 500, ja ein paar Mal auch über 1000 mal abgespielt wird. Demnächst möchte ich neben You Tube auch auf Spotify meine Musik präsentieren und erhoffe mir dadurch einen Quantensprung.



































